Einweghandschuhe

Einweghandschuhe 

Einweghandschuhe gibt es mit Stand 2021 aus den Materialien Nitril, Vinyl, Latex, TPE, PE und Vitril. Das Material bestimmt den Einsatzzweck. Nachfolgend erläutern wir die Unterschiede zwischen den einzelnen Varianten.

Nitrilhandschuhe

Nitril ist ein Copolymer mit dem Hauptbestandteil Acrylnitril, aus dem auch Duroplaste (beispielsweise Legosteine) hergestellt werden. Der Nitrilkautschuk entsteht durch Copolymerisation, zusätzliche Weichmacher sind nicht erforderlich. Erkaltetes Nitril ist elastisch wie Gummi. Im medizinischen Bereich werden Nitrilhandschuhe für den Einmalgebrauch sehr gern verwendet. Sie sind flexibel, widerstehen relativ gut Laugen und Säuren und gelten als rissunempfindlich. Die Eigenschaften von Nitril ähneln denen von Latex, gegen den manche Nutzer überempfindlich sind. Handschuhe aus Nitril lassen sich zudem problemlos puderfrei an- und ausziehen. Das Tastempfinden mit den Handschuhen ist gut, weshalb sie gern als Untersuchungshandschuhe von Rettungsdiensten, Ärzten und auf Quarantänestationen eingesetzt werden. Weitere Einsatzbereiche sind Bäckereien, Bars und Restaurants, die gesamte Lebensmittelindustrie, das Reinigungsgewerbe, Sozialstationen und Pflegeheime. Zu beachten ist, dass sich die Einmalhandschuhe aus Nitril eng anschmiegen und daher bei längerer Tragedauer einen Wärmestau mit Schweißbildung verursachen können, weshalb auf die Handpflege zu achten ist. Hierfür eignen sich perfekt Schutzcremes auf Öl-Wasser-Basis.

Latexhandschuhe

Latexhandschuhe sind der Klassiker im medizinischen Bereich, werden aber nicht von jedermann vertragen. Ihre wichtigsten Eigenschaften sind Reißfestigkeit, Elastizität und gute Tastsensibilität. Die Herstellung erfolgt überwiegend aus Naturkautschuk, wobei ein synthetischer Anteil einzukalkulieren ist, der wiederum die Kosten senkt. Dies ist für die Einmalverwendung bedeutsam. Im medizinischen Bereich werden sie auch wegen ihrer guten Chemikalienbeständigkeit gern genutzt. Sie dienen als Untersuchungshandschuhe und bei Pflegetätigkeiten dem Schutz vor Körperflüssigkeiten und aggressiven Desinfektionsmitteln. Mikroorganismen durchdringen das Latex grundsätzlich nicht. Durch ihre hohe Dehnfähigkeit passen sie sich ergonomisch an jede Handform und -größe an. Das Tragegefühl auf der Haut ist sehr angenehm. Wer empfindlich auf Latex reagiert, sollte keine gepuderten Handschuhe aus Latex anziehen: Diese können Ekzeme auslösen. Puderfreie Modelle erhalten den natürlichen ph-Wert. Der AQL-Wert liegt bei 1,5, das Handschuhmaterial ist arm an Proteinen. Latex ist als Rohstoff ein Polyisopren, die Gewinnung erfolgt aus Kautschuksaft. Für die Weiterverarbeitung kommen noch Harze, wenig Eiweiße und Mineralstoffe hinzu. Gepuderte Handschuhe aus Latex eignen sich insbesondere bei eher feuchten Händen.

Vinyl Handschuhe

Der Rohstoff für Vinyl Handschuhe ist PVC. Diese Handschuhe tragen Personen, die auf andere Materialien stark allergisch reagieren. Vinyl ist beständig gegen Fette, Öle, Säuren und Laugen. Sie können gepudert oder ungepudert getragen werden. Ein wichtiger Einsatzbereich ist beispielsweise der Gartenbau (unter anderem bei der Zubereitung von Pflanzenschutzmitteln), doch auch im medizinischen Umfeld werden sie getragen.

PE-Handschuhe

PE-Handschuhe bestehen aus Polyethylen. Das Material ist durchsichtig, weshalb die Hand der Träger*innen deutlich erkennbar bleibt. Das kann bei bestimmten Handhabungen von Vorteil sein. Da PE sehr wenig elastisch ist, benötigen diese Handschuhe einen weiten Einstieg. Sie schließen deshalb selbst bei optimaler Größe nicht bündig ab. Wo eine Kontamination mit Keimen zu erwarten ist, sind sie daher nicht geeignet. Das Material ist ansonsten stabil, reißfest und beständig gegen Säuren, Laugen, Alkoholen, Fetten und Ölen.

TPE-Handschuhe 

TPE ist das Kürzel für Thermoplastische Elastomere. Dieses neuartige Material ähnelt in seiner Qualität Silikon, das aber nicht enthalten ist, hat einen hautfarbenen Ton und ist geruchlos. Weichmacher kommen bei der Herstellung nicht zum Einsatz. TPE-Handschuhe sind gut hautverträglich, weich, glatt und ausreichend tastsensibel. Ein großer Vorteil ist der relativ günstige Preis. Haupteinsatzgebiete der Handschuhe aus TPE sind die Gastronomie, der Pflegebereich, die Kosmetik- und die Lebensmittelindustrie. Gegenüber Lebensmitteln entfaltet das Material keinerlei bedenkliche Wirkungen.

Vitril Handschuhe

Vitril ist ein Vinyl-Nitril-Gemisch. Das enthaltene Nitril macht die Vitril Handschuhe etwas reißfester und beständiger gegen Chemikalien. Der Tragekomfort ähnelt denen der Handschuhe aus Nitril und Vinyl.

Wahl der passenden Einweghandschuhe

Wie die Übersicht zeigt, weisen die Einmalhandschuhe in vielen Bereichen ähnliche Eigenschaften auf. Dass sie dennoch immer wieder aus neuen, teilweise recht innovativen Materialien wie beispielsweise Vitril hergestellt werden, verweist darauf, wie diffizil sich teilweise die Entscheidung für das geeignete Material entsprechend des Einsatzzweckes darstellt. Es gilt grundsätzlich: Für den medizinischen Bereich, wo es um den Schutz vor Keimen geht, benötigen Sie am Bund fest abschließende Handschuhe. Sie müssen daher aus Nitril, Vinyl, Latex oder Vitril bestehen. Handschuhe aus TPE eignen sich in Grenzen, Handschuhe aus PE wie beschrieben nicht. Ansonsten entscheiden der Tragekomfort, eventuelle Hautunverträglichkeiten (zum Beispiel gegen Latex) und die Kosten.